Fachbereich 5 Informatik und Sprachen

partiMAN – der Partizipationsmanger zur kollaborativen Entscheidungsfindung


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Lösungsansatz

Um die bisherigen Defizite der Beteiligung und Kommunikation in Planungsverfahren zu beseitigen, soll im Rahmen des Projektes der Prototyp für eine neuartige Beteiligungsplattform entwickelt werden, in der alle Beteiligten interaktiv am Planungsverfahren zusammenarbeiten können. Unter Verwendung derzeit verfügbarer technischer und fachlicher Standards ist eine interoperable, plattformunabhängige Kommunikation sicher zu stellen. Die für das Vorhaben relevanten Informationen werden unter Verwendung von OGCStandards (WMS, WFS) oder objektorientierter Austauschformate (z.B. XPlanung) bereitgestellt. Sollten entsprechende technische oder fachliche Normen oder Standards fehlen, sind geeignete Lösungen unter Beachtung bundesweiter Standardisierungsinitiativen zu entwickeln. Datenschutz und IT-Sicherheit sind durch entsprechende Rechtekonzepte zu gewährleisten. Funktionen, die eine aktive Mitwirkung innerhalb des Planungs- und Entscheidungsprozesses ermöglichen, die über die bisherigen Markierungs- und textlichen Kommentarfunktionen hinausgehen, sind zu entwickeln und webbasiert bereitzustellen. Die verbesserte Integration der Bürgerbeteiligung steht dabei im Vordergrund.


Durch das zu entwickelnde kollaborative System wird der frühzeitige Dialog aller Akteure untereinander ermöglicht. Die Möglichkeit der Reaktion auf Hinweise und Einwendungen Dritter im Verfahren ist zu prüfen und technische Möglichkeiten zu deren Realisierung zu schaffen. So entsteht bereits während der Planungsphase eine reichhaltige und vernetzte Informationsstruktur, die die ursprünglichen Planungsunterlagen ergänzt und über die bisherige Praxis der Bürgerbeteiligung hinausgeht. Die Visualisierung von und Interaktion mit solchen Informationsnetzen ist ein aktuelles Forschungsgebiet. Im Projekt werden entsprechende Methoden untersucht und entwickelt, durch die Querbezüge nicht nur untereinander sondern auch zu den ursprünglichen Planungsunterlagen hergestellt werden können.


Ziel ist dabei insbesondere eine echt kollaborative Planung und die vereinfachte Bearbeitung von Einwendungen und Anregungen. Da gerade bei Großprojekten mit einer Vielzahl an Einwendungen zu rechnen ist, die bisher aufwändig händisch ausgewertet und bearbeitet werden müssen, sollen im Projekt intelligente Textanalyseverfahren genutzt werden, die den Bearbeiter geeignet unterstützen, z.B. durch Zusammenfassen gleicher bzw. ähnlicher Stellungnahmen. Das im kollaborativen System entstandene Informationsnetz liefert zusätzliche Informationen für den Zusammenhang zwischen einzelnen Einwendungen und fließt in die Verfahren mit ein. In Kombination mit geeigneten Visualisierungen und entsprechenden Interaktionsmechanismen ergibt sich eine semi-automatische Unterstützung des Auswertungsprozesses, durch den die Bearbeitungszeit erheblich verkürzt werden kann. Hierzu bieten sich insbesondere Verfahren aus dem Gebiet der Visual Analytics an, in denen interaktive Visualisierung auf der einen und Verfahren der Datenanalyse (Data Mining) auf der anderen Seite kombiniert werden. Je nach Art der Daten (Textdaten, Geodaten, zeitliche Daten, Metadaten, Hierarchien, Graphen/Netze etc.) sind verschiedene Visualisierungs- und Analyseverfahren sinnvoll. Im nachfolgenden Schritt können die Visualisierungen dann auch für die Rück-Kommunikation des Planungsergebnisses zum Bürger genutzt werden.


Der zu entwickelnde Prototyp wird als webbasierte Serveranwendung konzipiert. Dies ermöglicht die Nutzung über einen Webbrowser, so dass keine Software durch die Nutzer installiert werden muss. Eine Administrationskomponente ermöglicht den Zugriff für die verschiedenen Akteure und Nutzergruppen durch Unterstützung der vollständigen Moderation des Prozesses, des Datenschutzes und – sicherheit sowie der Dokumentation des Verfahrens. Darüber hinaus ist zu erwarten, dass Nutzer auch verstärkt im mobilen Kontext auf das System zugreifen möchten. So können etwa bei einer Vorortbegehung direkt über Smartphone oder Tablet Informationen im System hinterlegt werden. Bei der Interfacegestaltung muss daher darauf geachtet werden, dass nicht nur große PC-Monitore sondern auch die kleinen Displays mobiler Endgeräte unterstützt werden. Außerdem soll geprüft werden, in wieweit die zusätzlichen Möglichkeiten mobiler Endgeräte (wie z.B. Fotos aufnehmen über die Kamera oder Auswerten von Sensoren wie GPS-Daten) direkt durch das System genutzt werden können, um z.B. das Einreichung von Einwendungen einfacher und anschaulicher zu machen.

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