Fachbereich 5 Informatik und Sprachen

Als die Pixel laufen lernten

Unter dem Titel "Als die Pixel laufen lernten" zeigt der Fachbereich Informatik und Sprachen der Hochschule Anhalt in Köthen vom 6. bis zum 9. Oktober 2011 eine Ausstellung zur Geschichte der Computerspiele. Zu sehen sind rund sechzig Exponate, die einen Einblick in die Entwicklung von Spielkonsolen und Heimcomputern seit Anfang der siebziger Jahre geben.

Das älteste Schaustück ist die erste Spielkonsole, Magnavox Odyssey. Sie erschien 1972 in den USA als Entwicklung des deutschen Auswanderers Ralph Baer und kam auch in Deutschland auf den Markt. Doch erst Atari machte das darin enthaltene Tennisspiel mit zwei Strichen als Schläger und einem Quadrat als Ball zum Welterfolg und begründete damit die Spieleindustrie. Ab 1975 kamen unzählige dieser „Pong“-Konsolen auf den Markt. Folgestationen sind frühe Geräte mit Wechselmodulen zwischen Ende der siebziger und Anfang der achtziger Jahre, wie Tchibo Tele-Fever, Mattel Intellivision und ColecoVision. Unter den Exponaten sind die einzige in Westdeutschland produzierte Konsole, Interton VC 4000, und die einzige aus Ostdeutschland, Bildschirmspiel 01 vom RFT-Kombinat.

Parallel begann ab 1975 der Durchbruch der Heimcomputer: Apple II, TI 99 von Texas Instruments oder TRS-80. In den achtziger Jahren kamen Commodore 64, Atari 800 und Schneider CPC hinzu. In der zweiten Hälfte der achtziger Jahre begann das Zeitalter der 16-Bit-Maschinen. Bei Computern etwa der Amiga und der Atari ST, bei Konsolen das Mega Drive von Sega und das Super Nintendo. In den neunziger Jahren ersetzte die Silberscheibe zunehmend das Spielmodul als Datenträger. Aus einer Fülle von Multimedia-Konsolen wie CD-i und 3DO setzte sich schließlich Sony mit seiner PlayStation durch. Gezeigt werden auch mobile Spielsysteme wie der erste Game Boy von 1989, LCD-Spiele und Miniatur-Automaten.

Unter den Exponaten sind Raritäten wie ein IMSAI 8080, einer der ersten Heimcomputer von 1975, eine Apple Lisa, die große Schwester und Vorläuferin des Macintosh, der futuristisch wirkende Commodore PET, ein DDR-Bürocomputer von Robotron und ein früher IBM PC. An einer Reihe klassischer Geräte kann gespielt werden, darunter an den beliebten Konsolen von Nintendo, Sega und Atari.

Zusammengestellt hat die Exponate das Privatmuseum Haus der Computerspiele. Der Leipziger Sammler René Meyer lernte bereits als Schüler zu DDR-Zeiten in den Rechenkabinetten von Hochschulen das Programmieren von Spielen. In den vergangenen zwanzig Jahren trug er mehr als 10.000 Objekte zur Geschichte der Computerspiele zusammen – Spielkonsolen, Heimcomputer, Spiele, Bücher, Zeitschriften und Zubehör. Allein seine Sammlung unterschiedlicher Spielsysteme wurde ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen und wuchs auf mittlerweile 800 Geräte an. Unterstützt wird er vom Grimmaer Sammler Torsten Othmer, der schon in den achtziger Jahren  einen Atari-Club gründete. Auf zahlreichen Publikumsmessen, Festivals und Kongressen zogen die Ausstellungen vom Haus der Computerspiele über eine Million Besucher an. Die Sammlung ist damit die meistgesehene ihrer Art.

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